Die Generationengruppe G

Die Generationengruppe G

Zwei Mannschaften, die ihre besten Zeiten bereits lange hinter sich haben und deshalb auf eine Verjüngung der Generationen setzen. Zwei Mannschaften, die bisher auf keine antiqierten Erfolge zurück blicken können und deshalb auf ihre Kader mit langjähriger Erfahrung setzen. In der Gruppe F der WM 2018 wird sich zeigen, womit man mehr erreichen kann.

Panama

Das südamerikanische Land ist landläufig mehr durch seinen Panama-Kanal und den Panama-Hut bekannt, als durch seinen Fußball. Über viele Jahre hinweg gehörte die panamaische Fußball-Nationalmannschaft sogar zu den schlechteren Teams des Nord- und Zentralamerikanischen Kontinentalverbandes CONCACAF. Seit einiger Zeit geht es jedoch endlich aufwärts. Es ist überflüssig zu sagen, dass diese erste WM-Teilnahme ein Meilenstein in Panamas Fußball-Geschichte ist.

Im Falle Panamas muss man Spieler mit Erfahrungsschatz gutheißen. Stellenweise sind die Leistungsträger bereits seit den Jahren 2001, beziehungsweise 2003 im Kader. Auch der kolumbianische Coach der Los Canaleros ist kein unbeschriebenes Blatt. Als Trainer hat der 62-jährige Hernán Darío Gómez 1998 mit seinem Heimatland und 2002 mit Ecuador an einer WM-Endrunde teilgenommen. Dreh- und Angelpunkt des Teams jedoch ist der 37-jährige Motor im Angriff, Blas Pérez.

Tunesien

Die Nordafrikaner hingegen sind in Russland nun schon zum fünften Mal in einer WM-Endrunde vertreten. Zwar kam Tunesien nie über die erste Runde hinaus, konnte sich aber jedes mal als Stolperstein für die Etablierten im Weltfußball erweisen. Außerdem sprechen 18 Teilnahmen an der Afrikameisterschaft für die Erfahrung der Tunesier. Von drei Finalteilnahmen konnte die aus dem Jahr 2004 mit einem Titel gekürt werden.

Aber auch im Team der Adler von Karthago fehlen die jungen, die hungrigen, Spieler. Stürmerstar Youssef Msakni zählt bereits seine 27 Lenze, auch wenn er gerade seinen zweiten Frühling erlebt. Er repräsentiert den Altersschnitt bei den Tunesiern, die ihre Qualifikation mit einem ersten Gruppenplatz absolvierten. Nun freuen sie sich auf die großen Namen. Dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass sich die Nordafrikaner gegen die massive Konkurrenz durchsetzen können, wissen sie selber. Ihnen genügen ihre Gegner.

Belgien

Belgien war das erste Team, dass sich in Europa für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 qualifizieren konnte. „Belgien gehört zum absoluten Favoritenkreis“, urteilte daraufhin sogar Bundestrainer Jogi Löw über das kleine Nachbarland, das mit seiner „Goldenen Generation“ auch endlich einmal bei einer WM glänzen will. 2014 in Brasilien scheiterten sie erst im Viertelfinale nur knapp mit 0:1 gegen den späteren Finalisten Argentinien, 1986 wurden sie Vierter. Auf das Unterfangen Russia-2018 sind sie deshalb nun besonders heiß.

Seit 2014 wird Belgien regelmäßig unter den Top-Ten der FIFA-Weltrangliste geführt und es wird bereits gemutmaßt, ob die Rode Duivels, die Roten Teufel, nicht inzwischen sogar ihre Rolle mit der einstigen europäischen Fußball-Größe Holland getauscht haben. Star des Teams ist wohl ohne Zweifel der erst 24-jährige Romelu Lukaku. Der Torjäger mit inzwischen 31 Treffern für die Belgier wechselte erst vor kurzem für hundert Millionen Euro innerhalb der englischen Premier League vom FC Everton zu Manchester United. Belgien ist also nicht nur für den Bundesjogi ein Geheimtipp.

England

Nirgend wo sonst liegen Leiden und Jubeln bei Turnieren so nahe beieinander, wie im „Mutterland des Fußballs“. Das Team Englands gehört zwar zu den ältesten Fußballnationalmannschaften der Welt, konnte sich jedoch erst einmal mit dem Weltmeistertitel belohnen. Die Weltmeisterschaft 1966 auf der Insel wird alleine schon wegen des legendären „Wembley-Tores“ auf ewig unvergessen bleiben. Danach wurde es auffällig still um die Three Lions. Der Niedergang des internationalen Fußballs in den 80er-Jahren war nicht mehr aufzuhalten.

Statt dessen machte sich ein stetig wachsendes Hooligan-Problem im Umfeld des englischen Fußballs breit, das vor allem bei englischen Auswärtsländerspielen negativ in den Vordergrund trat. Die Europameisterschaft 1980 in Italien sowie die WM 1982 in Spanien wurden bei englischen Spielen von Gewaltausschreitungen begleitet. Vor zwei Jahren traf man sich in Frankreichs Gassen zur unrühmlichen „Schlacht“ mit den Russen. Die Engländer treten nun bei Russia-2018 mit dem zweitjüngsten Kader ihrer WM-Geschichte an. Vielleicht klappt es ja auch endlich wieder auf der großen sportlichen Bühne.

[mb/russland.NEWS]

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