Die machbare Gruppe C

Die machbare Gruppe C

Drängeln tun sich die Favoriten auf der Titelgewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 nicht gerade in dieser Gruppe C. Zwei Aspiranten stehen für ein Weiterkommen so gut wie fest und bei den übrigen beiden Mannschaften zählt das Dabeisein mehr als alles andere. Es wäre allerdings ungerecht, von einer langweiligen Gruppe zu sprechen.

Australien

Der Underdog aus Down under feierte seine WM-Premiere 1974 in Deutschland. In Russland bestreitet das Team aus Australien seine mittlerweile fünfte Teilnahme an einer Endrunde des Turniers. Im Jahr 2006, ebenfalls wieder in Deutschland, schied man im Achtelfinale nach einem in der fünften Minute der Nachspielzeit verwandelten Elfmeter aus. Das war der bislang größte Erfolg in der Belle Etage des weltweiten Fußballs. 1997 stand Australien im Finale des Konföderationen-Pokals.

Anders sieht es bei den Teilnahmen an den anderen wichtigen Turnieren aus. Zwischen 1980 und 2004 schnappte sich Australien vier mal den Titel der Ozeanien-Meistersterschaft. Um die Chancen für die Weltmeisterschafts-Qualifikation zu erhöhen, trat Australien 2005 aus dem ozeanischen Fußballverband OFC aus und in den asiatischen Fußballverband AFC ein. Zehn Jahre später konnten die Socceroos diese Meisterschaft ebenfalls für sich entscheiden. Auch wenn die trinkfesten Fans eine sehr lange Reise bis nach Russland vor sich haben, einige von ihnen werden schon im letzten Jahr beim ConFed-Cup dabei gewesen sein.

Peru

Fast hätte Peru, ähnlich wie Spanien, der Ausschluss von dieser WM 2018 gedroht. Paloma Noceda, die Vorsitzende des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, wollte einen Gesetzesentwurf einreichen, damit der peruanische Fußballverband künftig unter staatlicher Kontrolle steht. Dies jedoch erlaubt die FIFA nicht. Nun ist das Papier angeblich wieder vom Tisch und Peru doch in Russland dabei. Auch wenn La Rojiblanca wohl keine Chancen auf den Titelgewinn haben wird, es wäre schade gewesen um die Elf aus den Anden.

Zwar ist es schon lange her, aber in den 70er-Jahren hat das peruanische Team einen durchaus ansehnlichen Fußball gespielt. Russia-2018 ist für Peru mittlerweile schon das fünfte Endrundenturnier einer WM. 1970 standen die Andenkicker sogar im Viertelfinale und mussten sich schließlich dem späteren Weltmeister Brasilien beugen. Den letzten Auftritt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft war 1982. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Von den jüngsten zehn Länderspielen wurde keines verloren. Vielleicht gelingt Peru in Russland ja sogar das Comeback.

Dänemark

„We are red, we are white, we are danish dynamite!“ Mit diesem Slogan machten sich die Dänen 1992 im europäischen Fußball ohne jede Vorbereitung auf das Turnier unsterblich. Das Überraschungsteam der Europameisterschaft in Schweden wurde zu einer festen Größe, wenngleich mit Formschwankungen. Bei der WM 1998 in Frankreich erreichten die Dänen das Viertelfinale als bisher größten Triumph auf dem ganz großen Parkett. Auch für Dänemark ist Russland 2018 die fünfte Endrunde, an der man teilnimmt.

Jedoch scheint Dänemarks große Stärke die Europameisterschaft zu sein. Hier konnten sie sich öfter qualifizieren als für ein WM-Turnier, was eher eine Ausnahme ist. 1964 wurden sie Vierter, 1984 standen sie im Halbfinale und schieden erst im Elfmeterschießen gegen Spanien aus. Der Tiefschlag folgte im Jahr 2000, als sie als Gruppenletzter nach drei Niederlagen nach Hause fahren mussten. Nichtsdestotrotz scheinen die Dänen derzeit wieder sicher zu stehen und könnten vielleicht sogar wieder für eine Überraschung gut sein.

Frankreich

Bis zum Ersten Weltkrieg war der Französische der mitgliederstärkste nationale Fußballverband. Ab Mitte der 70er-Jahre konnte sich die französische Nationalmannschaft kontinuierlich nach ganz oben spielen. Auch wenn ihr von der Fachwelt gerne „chronische Instabilität“ vorgeworfen wird, so gehören Les Bleus mit Sicherheit zu den ganz Großen im europäischen Fußball.

Die Bewerbungsunterlagen der Franzosen zu dieser Weltmeisterschaft in Russland sind hervorragend: Ein Weltmeister- und zwei Europameister-Titel, Je ein mal Zweiter und Dritter bei der WM, dazu zwei gewonnene Konföderationen-Pokale. Ob Frankreich nun zum absoluten Kreis der Titelaspiranten zu zählen ist, sei dahingestellt. Im erweiterten Kreis der Ernstzunehmenden sind sie auf jeden Fall. Und eine Bereicherung für Russia-2018 allemal.

[mb/russland.NEWS]

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