Die Titelverteidiger-Gruppe F

Die Titelverteidiger-Gruppe F

Natürlich gilt der amtierende Weltmeister Deutschland als Favorit in dieser Gruppe F. Aber um den zweiten Platz wird es ein mächtiges Gerangel geben – zumindest zwischen Mexiko und Schweden, die beide Ambitionen auf die K.o.-Runde haben. Und auch die WM-erfahrenen Südkoreaner werden sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Spannung ist also garantiert.

Deutschland

Die Mannschaft – so lautet der offizielle Spitzname der deutschen Auswahl. In Russland ist dagegen die Bezeichnung Bundesteam verbreiteter. Es ist schwer, über diese Elf ein Statement abzugeben, das etwas Neues und Unerwartetes zu Tage bringen könnte. Aber so viel ist klar, der viermalige Weltmeister und erneuerte Titelfavorit packt in Russland eine Aufgabe an, die wie nie zuvor realistisch erscheint – nämlich das Double nach dem Sieg vor vier Jahren in Brasilien.

Bei den Schweden müssen die Jungs um Erfolgscoach Joachim Löw allerdings doppelt hellwach sein – wer erinnert sich nicht an das furiose Match im Oktober 2012 in Berlin, als das deutsche Team mit 4:0 vorne lag und es fertigbrachte, den Vorsprung zu verspielen? Zum Schluss stand es 4:4 – die langen Gesichter der Deutschen hat man noch heute in Erinnerung.

Mexiko

Die El Tri ist mit 15 Endrundenteilnahmen einer der Dauergäste bei Fußball-Weltmeisterschaften. Allerdings reichte es nur 1970 und 1986 für den Einzug in das Viertelfinale. Die Qualifikation zur jetzigen WM machten die renommierten Südamerikaner schon drei Spieltage vor Schluss perfekt und zogen als souveräner Gruppenerster der CONCACAF in die Endrunde ein.

Star der Mexikaner ist zweifellos Javier Hernandez, genannt „Chicharito“ (auf Deutsch kleine Erbse). Nach Stationen bei Manchester United, Real Madrid und Bayer Leverkusen spielt der 29-jährige Mittelstürmer seit Sommer 2017 beim englischen Erstligisten West Ham United. Ein Dünnbrettbohrer ist „Chicharito“ wahrhaft nicht – in den bisher acht Jahren seiner Nationalmannschaftskarriere erzielte er in 99 Spielen für Mexiko 49 Tore und ist damit Rekordtorschütze.

Schweden

Die Schweden sind nach zwölf Jahren Pause erstmals wieder in der Endrunde vertreten. Zuletzt erreichten sie bei der WM 2006 in Deutschland einen beachtlichen Erfolg mit dem Einzug ins Achtelfinale, wo der Gastgeber allerdings das bessere Ende hatte und 2:0 gewann.

Mit Janne Andersson als Cheftrainer durchlief die Mannschaft seit Sommer 2016 eine wesentliche Verjüngung, und das Kalkül ging auf: Der vermeintliche Underdog kickte in der Relegation im Endeffekt Italien aus dem Rennen und vermasselte Torwartlegende Gianluigi Buffon seine sechste WM-Teilnahme. Sie haben scharfe Zähne, die Blågult, und sie werden zuzubeißen wissen.

Südkorea

Der frischgebackene Ostasienmeister war bereits neun Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei und feierte 2002 im eigenen Land mit dem Einzug ins Halbfinale den größten Erfolg. Bei der Qualifikation für Russland 2018 hakte es dagegen lange Zeit – erst als der deutsche Coach Uli Stielike nach mehr als drei Jahren an der Spitze der Tigers of Asia den Hut nehmen musste, ging es aufwärts und reichte am Ende für die Direktqualifikation.

Einer der Schlüsselspieler der Südkoreaner ist Heung-Min Son, der durch seine Zeit beim HSV und in Leverkusen auch in Deutschland weithin bekannt ist. Zurzeit kickt er für die Tottenham Hotspurs inEngland. Der 25-jährige Stürmer hat schon einmal WM-Luft schnuppern dürfen – 2014 absolvierte er sein erstes Weltmeisterschaftsspiel in Brasilien, Gegner war damals übrigens Russland.

[sb/russland.NEWS]

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