Die weltumspannende Gruppe H

Die weltumspannende Gruppe H

In Gruppe H sind Mannschaften von gleich vier Kontinenten vertreten, deshalb kann sie mit Fug und Recht als das „globalste“ aller Quartette bei der Weltmeisterschaft in Russland bezeichnet werden. Zugleich gehört sie zu den am wenigsten durchschaubaren, denn einen echten Favoriten gibt es nicht, zumal keiner der vier Teilnehmer jemals Fußball-Weltmeister war.

Polen

Die Polen nehmen zum achten Mal an einer WM teil und sind eine kräftige europäische Fußballmacht, wenn auch aus der zweiten Reihe. Bei Turnieren in Deutschland feierten die Bialo-Czerwoni, die Weiß-Roten, ihre bisher größten Erfolge, 1972 holten sie in München den Olympiasieg und zwei Jahre später wurden sie bei der dortigen WM Dritte. Zwar kommt das runde Leder in der Heimat von Adam Malysz und Kamil Stoch längst nicht an die Popularität des Skispringens heran, aber dank einem Meister seines Metiers gehört der Fußballsport inzwischen zu den führenden Disziplinen.

Gemeint ist natürlich Robert Lewandowski, der überragende Stürmer des FC Bayern München. Seit 2010 spielt er in Deutschland – zuerst in Dortmund, seit 2014 in München – und trägt seit Jahren die Mannschaftsführerbinde bei der Nationalelf. Der 29-Jährige lief bisher 91 Mal für die Polen auf und ist mit 51 Treffern Rekordtorschütze der Weiß-Roten. In der Qualifikation für Russland 2018 brachte er 16 Mal den Ball im Tor unter und war damit bester Torschütze unter allen europäischen Teilnehmern.

Senegal

Die Löwen von Teranga sind auf dem Papier das schwächste Tean in Gruppe H. Erst ein Mal schafften sie die Teilnahme an einer WM-Endrunde, dafür sorgten sie 2002 in Japan und Südkorea mit ihrem Einzug ins Viertelfinale gleich für Furore. Die Qualifikation für Russland durchlief das westafrikanische Team ohne Fehl und Tadel, auch wenn es dabei zu einem ungewöhnlichen Ereignis kam: Wegen einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung wurde die Begegnung mit Südafrika fast ein Jahr später erneut angesetzt. Die Senegalesen entschieden sie ungefährdet für sich, die WM-Gastgeber von 2010 blieben schließlich außen vor.

Coach Aliou Cissé ist seit 2015 Chef der Löwen; er gehörte zum WM-Erfolgsteam von 2002. In seinem Kader hat er mit Sadio Mané ein echtes Juwel – das 25-jährige Multitalent kickt seit 2016 beim englischen Premierligisten Liverpool und ist mit 41,2 Millionen Euro Ablöse der teuerste afrikanische Spieler aller Zeiten.

Kolumbien

Bei Kolumbien hakte es in der Qualifikation – die Südamerikaner lösten mit Ach und Krach als Letzte in ihrer Gruppe das Ticket für die Weltmeisterschaft in Russland, die ihre sechste wird. Die Ambitionen sind groß: Der charismatische Chefcoach José Pékerman, der seit 2012 am Ruder der Cafeteros steht, hat das Ziel ausgerufen, besser abzuschneiden als 2014 in Brasilien. Damals kam das Aus im Viertelfinale.

Star der Truppe ist James Rodriguez, der zurzeit leihweise für den FC Bayern München spielt. Seinen Aussagen zufolge würde er gern beim deutschen Rekordmeister bleiben und nicht zu Real nach Madrid zurückkehren. Rodriguez war mit sechs Treffern Torschützenkönig bei der WM 2014 in Brasilien.

Japan

Auch die Samurai Blue haben großes vor. Nach einer makellosen Qualifikation für das Turnier soll es in Russland weiter gehen als bis ins Viertelfinale, wie es 2002 im eigenen Land und zuletzt 2010 in Südafrika der Fall war. Japan steht vor seiner sechsten WM-Teilnahme überhaupt; seit 1988 sind die Fußballer aus dem Land der aufgehenden Sonne in Folge vertreten, davor konnten sie aber internationale nie ganz groß in Erscheinung treten.

Laut FIFA ist Maya Yoshida vom FC Southampton der Star der Blues. Der 29-jährige Innenverteidiger spielt bereits acht Jahre für die Nationalelf und hat bisher 80 Spiele absolviert. Als eher unspektakulärer Akteur zeichnet er sich durch Konstanz und Verlässlichkeit aus und ist ein renommierter Experte für Standardsituationen. Weit mehr bekannt – zumindest in Deutschland – ist natürlich Shinji Kagawa, der, mit Unterbrechung, seit 2012 in Dortmund engagiert ist. Der offensive Mittelfeldmann hat bereits 89 Spiele für die Samurais auf dem Buckel und erzielte 29 Treffer.

[sb/russland.NEWS]

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