Ibrahimović macht die WM 2018 zu seiner privaten Bühne [mit Video]

Ibrahimović macht die WM 2018 zu seiner privaten Bühne [mit Video]

Ohne Zweifel, Zlatan Ibrahimović zählt zu den besten Fußballern die je auf dem Platz gestanden haben. Und sicherlich auch zu denen, die am meisten polarisieren. Erlebt Russland nach dem Rücktritt des Weltstars sein Comeback? Allmählich nimmt die Frage zu einer mögliche Teilnahme des 36-Jährigen an der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 bizarre Züge an.

Nach der Europameisterschaft 2016 gab Ibrahimović, der einmal einem Reporter auf die Frage nach seiner Narbe im Gesicht, zur Antwort gab, er solle seine Frau fragen, sein Karriereende bei der schwedischen Nationalmannschaft bekannt. Pünktlich zur WM 2018 bringt sich der Schwede mit bosnischen Wurzeln mit mehr als nur einem lauten Paukenschlag wieder ins Gespräch zurück. Was den Schweden, gelinde gesagt, allmählich auf die Nerven geht, wird für Ibrahimović zur großen Selbstinszenierung.

It’s Show-Time

Keiner hatte ihn mehr auf dem Zettel, niemand plante mehr mit ihm und plötzlich ist er wieder da. Wie Phoenix, pardon das ziemt sich in diesem Fall nicht, wie Zlatan aus der Asche. Zwar ließ zunächst Schwedens Trainer Janne Andersson, keine Zweifel aufkommen, dass er derjenige sei, der die Mannschaft aufstelle, doch das Enfant Terrible des Weltfußballs sieht das grundlegend anders. Er, der mit dem Verb „zlatanieren“ bereits Einzug in die schwedische Sprache gehalten hat, entscheide selbst, ob, wann und warum er zur WM nach Russland fahre. Basta!

„Das ist doch unglaublich! Dieser Spieler hat vor eineinhalb Jahren aufgehört, für Schweden zu spielen, und wir reden hier immer noch über ihn“, wurde Andersson von der FAZ nach dem Coup in der WM-Qualifikation zitiert, als Schweden Italiens Titelträume für 2018 pulverisierte. „We are Zweden“, konterte der Zorro unter den Fußballern und lachte sich eins. Die Publicity ist ihm ohnehin sicher. Für ihn geht es eigentlich nur noch darum, in welcher Funktion er in Russland auftreten wird. Da nämlich ist er sich noch nicht ganz sicher.

Ungeachtet aller Querelen mit dem schwedischen Team und dessen Trainer droht Ibrahimović eine Sperre seitens der FIFA. Dass er eine Partnerschaft mit einem Wettanbieter eingegangen ist, könnte sogar ihm zum Verhängnis werden. Dem Reglement des Weltfußball-Verbandes nach, ist es einem WM-Teilnehmer untersagt, „direkt oder indirekt an Wetten, Glücksspielen, Lotterien oder ähnlichen Veranstaltungen“ teilzunehmen oder beteiligt zu sein. Der Generalsekretär des schwedischen Fußballverbands, Håkan Sjöstrand, hofft auf eine gütliche Einigung.

Ein weißer Hai ist auch nur ein Fisch

„Wenn ein Fußballspieler in einem anderen Zusammenhang auftritt, stellt dies für den schwedischen Fußballverband einen komplett anderen Sachverhalt dar. Das hat nichts mit den FIFA-Regularien und dem Ethik-Code zu tun.“ Sjöstrand hält an dem provokanten Spieler fest. Ob aus Überzeugung oder der Furcht, wie einst Louis van Gaal, dem er attestierte „Hör mal, Meister, du hast mir gar nichts zu sagen – geh in dein Büro und schreib Briefe“, abgewatscht zu werden, lässt sich nicht genau sagen.

Nüchtern betrachtet weiß Sjöstrand allerdings, dass eine WM für Schweden mit Ibrahimović nur erfolgreicher verlaufen kann. Zumal die Gruppe F mit Deutschland, Mexiko und Südkorea von vorn herein schon mit hochkarätigen Gegnern bestückt ist. Dass Teamcoach Andersson dagegenhält, sein Spielstil sei veraltet und überholt, mag angesichts der Topleistungen, die „Ibrakadabra“ bei seinem derzeitigen Klub zeigt, als Schmollen interpretiert werden. 2018 wechselte „Los Angeles, welcome to Zlatan“, nach seiner Laufbahn in Italien, Spanien und zuletzt bei ManU, zu LA Galaxy.

Die WM würde durch ein Comeback des Exzentrikers auf alle Fälle bereichert werden, da sind sich Fans und Verantwortliche einig. „Eine WM ohne mich wäre keine WM“ wischt Zlatan Ibrahimović jegliche Zweifel gleich selbst vom Tisch. Das sei so fraglos wie der nach ihm benannte „Zlatan-Burger“ eines Pariser Restaurants oder die Internet-Suchmaschine „Zlatan Search“, die alle Suchanfragen „zlatanisiert“. Er, der eine ganze Abwehr alleine schwindlig spielen kann, weiß selbst ab besten, was er wert ist.

„Wenn er die Entscheidung getroffen hat, kann er mich gerne anrufen und mit mir darüber reden“, lenkt nun auch Andersson ein. Das letzte Wort jedoch, das versteht sich von selbst, liegt natürlich bei Super-Zlatan – „Wenn ich will, bin ich dabei!“

[mb/russland.NEWS]

 

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