La Finale, la Finale…

La Finale, la Finale…Foto: © Michael Barth

Die Franzosen zogen noch lange durch die Straßen von St. Petersburg. Es schien, als wäre das Trottoir des Newski Prospekts in der einstige Zarenstadt wieder zu der Sprache zurückgekehrt, die hier vor zweihundert Jahren en vogue war. Die Franzosen ziehen jetzt noch einmal nach Moskau.

„Frankreich und Belgien waren sich ebenbürtig, den Unterschied machten nur die Ecken“, sagte der belgische Mittelfeldmotor Kevin De Bruyne nach 90 vive minutes. Zwar hat seine Mannschaft den Kampf um den Finaleinzug verloren, aber es hat Spaß gemacht dem Treiben in der St. Petersburg Arena zuzusehen. „Das Spiel war sehr schwierig“, nimmt Roberto Martinez seine Roten Teufel in Schutz. „Die Franzosen haben das Finale verdient erreicht“, schickt der Trainer noch höflich hinterher.

Le Bleus stehen nun zum zweiten Mal innerhalb zweier Jahre in einem Finale. Das spricht für diese Équipe, die schon vor der Weltmeisterschaft hinter vorgehaltener Hand als geheimer Favorit für den Titel gehandelt wurde. Dennoch brauchen sich die Belgier nicht hinter ihrem Nachbarn verstecken. Was dieses Team die WM über geleistet hat, war sensationell. Mit Lukaku, Eden Hazard, Adnan Januzai und Kevin de Bruyne stellten vier Spieler der Multi-Kulti-Truppe fünf mal den „Man of the Match“. Belgien hat nach Siegen über Tunesien, England und Brasilien zweifelsohne sein eigenes Sommermärchen in Russland geschrieben.

Moderner, cooler Fußball bar jeder Ästhetik

Es ist eigentlich schade, dass die Mannschaften nicht im Endspiel aufeinander treffen sollten. Beide Teams zeigten den qualitativ hochwertigsten und selbstbewusstesten Fußball bei der Weltmeisterschaft. Auf dem Weg bis zu ihrem Aufeinandertreffen haben sie nich ein einziges Mal verloren und in der K.o.-Runde haben sie ihre Gegner effektiv eliminiert – und das in der regulären Spielzeit! Die Leichtfüßigkeit, wie Belgien mit den gesetzten Brasilianern umgesprungen ist, war zum mit der Zunge schnalzen.

„Frankreich tötete dieses Spiel, strangulierte Belgien und erreichte das Finale. So geht heute moderner, cooler Fußball – ob es dir gefällt oder nicht, etwas Effektiveres wurde noch nicht erfunden“, brachte ein russischer Kollege seine considération vor den Franzosen zum Ausdruck. Mon Dieu, diese Einschätzung entspricht vermutlich sogar der réalité. Überhaupt wirkten sie am Ende abgebrühter. Die letzten zehn Minuten ging es den Franzosen nur noch darum, das Ergebnis über die Zeit zu verwalten.

Besonders der Schütze des goldenen Tores, Samuel Umtiti, schob, foulte und lag nur noch schauspielernd auf dem Platz herum. Wesentlich fairer, wenn man von der ertappten Ticketspekulantin einmal absieht, die Fans in St. Petersburg. Bereits in der Metro auf dem Weg zum Stadion wuchsen Belgien und Frankreich viel näher zusammen, als es auf der Landkarte ersichtlich ist. Der globale Brei vor der Arena schließlich ließ jeden G-7 Gipfel alt aussehen. So geht WM!

Um es mit den Worten des französischen Präsidenten zu sagen: „Bravo, Messieurs!“

[mb/russland.News]

 

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