Lawrow schließt WM als Grund für Giftanschlag nicht aus

Lawrow schließt WM als Grund für Giftanschlag nicht aus

Hat man den Anschlag auf den ehemaligen Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter möglicherweise nur inszeniert, um Russland die Fußball-Weltmeisterschaft zu vereiteln? Russlands Außenminister schließt dies nicht mehr aus. Gleichzeitig betonte er erneut in aller Deutlichkeit, Russland habe mit der Nervengiftattacke nichts zu tun.

„Das Motiv liegt bei denjenigen, die zusehen, dass sie Gründe dafür finden Druck auf uns auszuüben und uns die Organisation der Weltmeisterschaft zu erschweren“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow heute gegenüber den Medien.

Es wäre für den Außenminister ein durchaus denkbares Szenario, da es offenbar keine andere Möglichkeit mehr gäbe, Russland die von der FIFA offiziell vergebene Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wieder zu entziehen. Sämtliche bisherigen Versuche, vor allem mit moralischen Argumenten haben nicht gefruchtet.

„Wenn wir, hypothetisch gesprochen, diese kranke und perverse Logik der westlichen Kollegen in Betracht ziehen – wer würde annehmen, dass sich Russland unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen und kurz vor der WM ein derartiges Problem bereitet? Da gibt es doch überhaupt kein Motiv“, erklärte Lawrow.

Die britische Premierministerin Theresa May kündigte am Mittwoch im Zuge der Vergiftung von Skripal Maßnahmen gegenüber Moskau an. So haben 23 russische Diplomaten England binnen einer Woche zu verlassen. Auch sie werden der rechtswidrigen Anwendung der Gewalttätigkeit Russlands gegen das Vereinigte Königreichs beschuldigt.

Ferner wurde erklärt, dass weder Vertreter der britischen Regierung, noch des Königshauses bei der Fußball-WM vor Ort sein werden. Laut dem Welt-Fußballverband FIFA bliebe das jedem Land selbst überlassen, ob es offizielle Repräsentanten zu der Veranstaltung entsendet oder nicht.

Dem englischen Fußball und der Nationalmannschaft, die sich für das Endrundenturnier vom 14. Juni bis 15. Juli qualifizieren konnte, verleiht die Absage der Royals eine besondere Note. Der Präsident der englischen Football Association ist nämlich kein Geringerer als der Duke of Cambridge, besser bekannt als Prinz William.

[mb/russland.NEWS]

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