Neustädter und Rausch – zwei Deutsche im Dienste Russlands

Neustädter und Rausch – zwei Deutsche im Dienste Russlands

In der russischen Nationalmannschaft sind derzeit drei Ausländer mit russischen Pässen unterwegs. Zwei davon sind Deutsche: Konstantin Rausch und Roman Neustädter erfüllen sich auf diese Weise ihren Traum, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Russland.NEWS möchte Ihnen die beiden vorstellen.

Der Ex-Schalker Roman Neustädter fand als erster Deutscher den Weg in die russische Nationalmannschaft. Nach monatelanger Gerüchteköchelei, ob er es tun wird oder doch nicht, bekam der 1988 in Dnepropetrowsk in der damaligen ukrainischen Sowjetrepublik geborene Kicker im Mai 2016 von Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich den roten Pass mit dem Doppeladler ausgehändigt.

Nach EM nun auch WM

Als Sohn des bekannten sowjetischen Fußballspielers Peter Neustädter kam Roman 1992 mit seiner Familie als russlanddeutscher Aussiedler in die Bundesrepublik, wo sein Vater erst beim Karlsruher SC und dann beim Chemnitzer FC kickte. Lebensmittelpunkt wurde dann aber Mainz, wo Roman seine Fußballer-Ausbildung bekam. Über Mönchengladbach führte ihn der Weg nach Schalke, nach vier Jahren in Gelsenkirchen wechselte er schließlich 2016 zu Fenerbahçe in die Türkei.

Neustädter stand für Russland im Aufgebot der EM 2016 in Frankreich, wo er anderthalb Spiele bestritt (bekanntlich kam Russland nicht über die Gruppenphase hinaus). Für den Confed-Cup im Sommer 2017 wurde er nicht nominiert, und manche munkelten schon, die gerade begonnene Russland-Karriere sei auch schon wieder vorbei.

Dem ist nicht so: Neustädter wurde vom Chef der Sbornaja, Stanislaw Tschertschessow, erneut berufen, kam aber bei den letzten Testspielen nicht zum Einsatz. Doch der Fußballprofi verbreitet Optimismus. In einem Interview für Sport1 sagte er unlängst, er freue sich auf „eine Super-Weltmeisterschaft“. Möglichst mit eigener Beteiligung, das versteht sich von selbst.

Von Sibirien nach Celle

Weniger presse- und publikumswirksam vollzog Konstantin Rausch den Wechsel nach Russland. 1990 im westsibirischen Dorf Koschewnikowo geboren, kam er 1996 mit seiner russlanddeutschen Familie als Spätaussiedler nach Celle. Seine Profikarriere begann bei Hannover 96, weiter führte der Weg über Stuttgart und Darmstadt nach Köln, wo er seit Mai 2016 unter Vertrag steht.

Nichts Größeres!“

Den russischen Pass besitzt Rausch bereits seit 2015 – bei ihm verlief die Prozedur wesentlich einfacher, weil er seine russische Staatsbürgerschaft nie verloren hatte. Bei der Sbornaja ist er seit August 2017 im Einsatz, bei den vier letzten Testspielen im Oktober und November stand er stets auf dem Platz.

Naturgemäß ist auch der 27-jährige „Geißbock“ heiß auf die WM in Russland. Gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er nach der Gruppenauslosung am 1. Dezember: „Für mich als Spieler gibt es natürlich nichts Größeres, als einmal bei einer WM dabei zu sein. Für diesen Traum gebe ich alles.“

[sb/russland.NEWS]

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