NRW sorgt sich um Spionage bei der WM

NRW sorgt sich um Spionage bei der WM

Das Nordrhein-Westfälische Innenministerium gab eine Warnung an seine Mitarbeiter heraus, falls sie zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland fahren wollen. Man sorge sich, dass sensible Daten ausgespäht werden könnten, heißt es in einem internen Schreiben.

Falls es nicht unbedingt anders möglich sei, sollen die Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sogar auf ihre Smartphones während der Reise verzichten. Die mobilen IT-Geräte am besten gleich alle zuhause lassen, so wird gewarnt. In Düsseldorf Man sorgt man sich eben um die Sicherheit seiner Angestellten und Beamten.

Die Vorsichtsmaßnahmen seien notwendig, so heißt es in einem dreiseitigen Schreiben, weil nicht auszuschließen sei, dass die Russen auf diesem Weg Spionage betreiben könnten. Dazu wird wieder und wieder betont: „Es wird zudem noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass für die Beantragung der Fan ID, die Nutzung von dienstlichen Mailadressen, dienstlichen Mobilfunknummern oder die Angabe der Dienstanschrift als Zustelladresse untersagt ist.“

Schuld an dieser Panikattacke des Innenministeriums sind eigentlich nicht einmal die Russen. Wenn man es genau nimmt, ist ja die FIFA an allem Schuld. Durch die zwingend vorgeschriebene Fan-ID wird der Ausspähung sensibler Daten überhaupt erst Tür und Tor geöffnet. Um an das Dokument zu gelangen, ohne das ein Zugang zu den Spielstätten bei der Weltmeisterschaft sowie die visafreie Einreise ins Land nicht möglich ist, werden eben jene persönlichen Daten abgefragt.

„Der Zuschauer muss damit seine personenbezogenen Daten dem Ministerium für Kommunikation und Medien der Russischen Föderation zur Verfügung stellen“, weiß das NRW-Ministerium. Zu diesen gehören neben dem Namen des Antragstellers auch Serie, Nummer, ausstellende Behörde und Ausstellungsdatum des amtlichen Lichtbildausweises. Außerdem die Mobiltelefonnummer, die E-Mailadresse und die Zustelladresse.

So, und damit weiß der Russe nun alles, aber auch wirklich alles über die jeweilige Person hinter der Eintrittskarte. Zu allem Übel werde dies „zum Zwecke der Überprüfung durch eine zum Sicherheitsbereich gehörende föderale Exekutivbehörde“, so das Ministerium, gespeichert. Immerhin war man bei der Behörde so gescheit, seinen Mitarbeitern die WM nicht gleich ganz zu verbieten.

[mb/russland.NEWS]

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