Putin und das WM-Erbe

Putin und das WM-ErbeFoto: Pixabay/Gellinger CC0 Creative Commons

Der wichtigste Punkt während einer Sitzung des Rats für die Entwicklung von Leibeserziehung und Sport sowie des beobachtenden Ausschusses beim Organisationskomitee der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland war die Frage nach der künftigen Nutzung der eigens zur WM errichteten Objekte. Was geschieht nun mit dem Erbe?

Was wird nun, jetzt wo die Fußball-WM vorüber ist, aus den Sportstätten und Einrichtungen, die eigens zu diesem Zweck für teures Geld errichtet wurden? Der Ligafußball wartet, bis auf wenige Ausnahmen, seit langem auf mehr Reputation bei der Bevölkerung. Die Stadien sind Woche für Woche insgesamt gesehen nur mäßig gefüllt, in den unteren Spielklassen werden Tickets sogar verschenkt, um nicht vor gänzlich leeren Rängen spielen zu müssen.

Man hofft bei den Veranstaltern und Verantwortlichen auf einen deutlichen Schub was das allgemeine Interesse für den Fußball als Breitensport, auch einmal fernab von Megaevents, betrifft. Die besten Voraussetzungen wären jetzt nach der Weltmeisterschaft gegeben. Die Sportstätten haben sich bewährt und haben sogar international höchste Anerkennung erfahren.

„Das Turnier hinterlässt ein gewaltiges Erbe“, sagte deshalb auch Russlands Präsident Wladimir Putin gleich zu Beginn der Sitzung. „Wir organisierten die WM auf dem höchstmöglichen Niveau. Der Erfolg des Turniers ist ein objektiv anerkannter Fakt. Russland schenkte der Welt ein unvergessliches Fest, das für immer für seine einzigartige Atmosphäre der Jovjalität und Einheit, den Beispielen des Miteinanders und der gegenseitigen Hilfsbereitschaft in Erinnerung bleiben wird“, sparte er in der Folge seiner Rede nicht an gebotenem Eigenlob.

Folgenutzung soll der Förderung dienen

Allerdings weiß Putin selbst, wo der Schuh am meisten drückt, wenn er betont, es seien „nicht nur die Stadien, Flughäfen, Straßen und die Objekte der Infrastruktur sowie die Entwicklung unserer Städte, sondern auch die Entwicklung des Interesses von Jugendlichen und Personen aller Altersstufen zum Sport“.

Zunächst würden laut Wladimir Putin die Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft Russland fünf Jahre lang finanzielle Unterstützung aus dem föderalem Budget erhalten, schränkt die staatliche Hilfe jedoch ein. „Bis zum Jahr 2024 müssen diese Stadien eigenständig werden und sich in Entwicklungszentren der Städte und deren öffentlichen, professionellen und kulturellen Lebens verwandeln“, so seine Forderung an die zuständigen Stadtverwaltungen.

Zudem erklärte der Präsident, dass die Trainingslager der Mannschaften, die an der WM teilgenommen haben sowie die meisten der für das Turnier genutzten Trainingssportplätze an die jeweiligen Regionen der Russischen Föderation übergeben würden, um sie als Fußball- und Sportförderungsszentren für Kinder zu nutzen.

Abschließend betonte Putin zum wiederholten Mal, dass mit dieser WM 2018 ein wichtiger Grundstock geschaffen worden sei, für „die friedfertige Beziehung von Bürgern anderer Länder gegenüber Russland und ihren Willen, unser Land abermals zu besuchen“.

[mb/russland.NEWS]

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