Russland erlaubt Kiffen bei der WM, aber…

Russland erlaubt Kiffen bei der WM, aber…Foto: Alexas_Fotos CC0 Creative Commons via Pixabay

It’s cool man, werden sich jetzt einige denken. Aber halt, zu früh gefreut, es gibt ein Aber! Hintergrund der Meldung, die von der russischen Presse verbreitet wurde, ist die Regelung über die Einfuhr psychoaktiver Medikamente zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland.

Der Pressedienst des WM-Organisationskomitees Russia-2018 hat bekanntgegeben, dass es den Besuchern des WM-Turniers möglich sein wird, benötigte Medikamente in die Russische Föderation und in die Stadien mitzunehmen. Darunter fallen auch Suchtstoffe und psychotrope Substanzen. Geregelt sei dies im Paragraphen 5.1.19 der aktuellen Verhaltensregeln für Zuschauer im FIFA Konföderationen-Pokal 2017 und der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Der Föderale Zolldienst Russlands wies jedoch unverzüglich darauf hin, dass es sich bei dieser Regelung nur um ärztlich verschriebene Substanzen handele und keinen Freibrief für den illegalen Markt ausstellt. Der Besitz, die Einfuhr und der Konsum von illegalen Drogen fällt in Russland nach wie vor unter das Strafgesetz. Jewgeni Brjun, ein führender Narkologe des Gesundheitsministeriums, sehe ohnehin kein Risiko eines Weiterverkaufs, berichtet die Zeitung Iswestija.

Verordnung zu Einfuhr und Konsum

Das Einfuhrverfahren und die Liste der Drogen sind in der Eurasischen Wirtschaftsunion EAG geregelt. In der Liste der Betäubungsmittel und psychotropen Substanzen für die Beförderung in das Gebiet der EAG, sind unter anderem verschreibungspflichtige Drogen wie Kokain, Codein, Morphin, Amphetamin und Cannabis aufgeführt. Die Menge der Medikamente dürfe jedoch nicht höher sein als vom Arzt laut Verschreibung angegeben. Die Regelung der FIFA sieht bis zu sieben Medikamente pro Person vor, die in das Stadion gebracht werden dürfen.

Wie der Föderale Zolldienst mitteilte, müssen ausländische Bürger eine entsprechende Zollerklärung bei der Einreise ausfüllen. Zudem muss das Rezept in russischer Sprache, oder übersetzt und notariell beglaubigt, vorgelegt werden. Die Beamten der Strafverfolgungsbehörde werden daraufhin die Authentizität des Dokuments prüfen, heißt es. Organisatoren und Beamte der örtlichen Behörden würden zusätzlich die Verwendung von Drogen in den Stadien überwachen.

Aslan Abaschidse, der Vorsitzende der Völkerrechtskommission der Russischen Vereinigung der Vereinten Nationen, betonte, dass die Normen des Gesetzes für jedermann gültig sind. Somit sei es auch Russen möglich, Betäubungsmittel einzuführen, wenn sie im Ausland ein offizielles Rezept erhalten. Jewgeni Brjun hingegen sei schockiert und beurteile die Möglichkeit solche Drogen während der WM 2018 nach Russland zu importieren, negativ, schrieb Iswestija. Für ihn sei das schlichtweg Propaganda für die Legalisierung von Drogen.

Generelle Kritik an der Regelung

Auch Mikhail Paltsev, Akademiemitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, sieht eine Gefahr darin, Menschen mit solchen Drogen in die WM-Stadien zu lassen. Seiner Ansicht nach könnten die Patienten während des Wettkampfes nervös werden und mehr Medikamente als nötig zu sich nehmen, quasi als Beruhigungsmittel. Darüber hinaus würden in den Stadien „heiße“ Getränke verkauft. Wenn der Fan, der das Medikament einnimmt, auch noch Alkohol dazu trinkt, könne dies zu negativen Folgen führen, fürchtet der Akademiker.

Mit dem Direktor des Instituts für Gesundheitswesen und Medizinmanagement, David Melik-Husejnow, findet die FIFA-Regelung jedoch auch einen Fürsprecher. Er weiß, dass die meisten dieser Medikamente zu bestimmten Zeiten entsprechend einem festgelegten Turnus konsumiert werden sollten, um die Gesundheit zu erhalten. Werde den Patienten dieser Zeitplan vorenthalten, so würde dies ihre Rechte verletzen, erklärte er.

Des weiteren werden in den Stadien russische Ärzte mit Englischkenntnissen eingesetzt. In allen Städten, in denen die Spiele des Turniers ausgetragen werden, haben bereits spezielle Kurse für sie begonnen. Laut dem Gesundheitsministerium sollen es die Sprachkenntnisse den Ärzten ermöglichen, mit ausländischen Patienten in Kontakt zu treten, um sie mit der notwendigen Hilfe zu versorgen. Wie man sieht, bereitet man sich im Gastgeberland Russland bestens auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 vor, damit vom 14. Juni bis zum 15. Juli nichts dem Zufall überlassen bleibt.

[mb/russland.NEWS]

 

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