Wie die FIFA an der WM 2018 verdient

Wie die FIFA an der WM 2018 verdientFoto: © Michael Barth

Wie viel Russland insgesamt an der WM 2018 verdient oder verloren hat, ist schwerlich zu beziffern. Aber mit der FIFA ist es einfacher. Die Finanz-Berichterstattung erfolgt für Zeiträume, die jeweils die vier Jahre von WM zu WM umfassen. Über den Zeitraum 2015 bis 2018 hat die FIFA nun Zahlen veröffentlicht.

Bereits vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft hatte die New York Times berichtet, dass die Einnahmen der FIFA im Vierjahreszeitraum gegenüber der Vorperiode um 6,7 Prozent auf 6,1 Milliarden US-Dollar gestiegen seien. Was die FIFA-Chefs besonders erfreut – diese Zahl liegt 8 Prozent über den eigenen Berechnungen. Der Zeitraum von 2011 bis 2014, der mit der Weltmeisterschaft in Brasilien endete, brachte der Organisation 4,8 Milliarden Dollar ein.

Die Hauptquelle ihrer Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Medienrechten. Für den Zeitraum bis 2018 beliefen sich die Einnahmen der FIFA unter diesem Posten auf etwas mehr als 3 Milliarden Dollar, mehr als die Hälfte (53 Prozent) aller Einnahmen. Die nächst wichtigste Quelle sprudelt mit 29 Prozent (etwa 1,77 Milliarden Dollar) aus Sponsoring- und Partnerschaftsabkommen der FIFA mit Unternehmen und Firmen. 

Die aktuellen westlichen Sponsoren Coca-Cola, Adidas, Bud, Visa und McDonalds haben langfristige Verträge mit der FIFA. Erweitert wurde diese Liste durch die chinesischen Hersteller von Haushaltsgeräten, Smartphones und Milchprodukten (Hisense, Vivo und Mengnui) und der auf Entwicklung, Einzelhandel und Logistik spezialisierten Wanda Group.

Die FIFA als Geldumschlagmaschine

Den Rest des Geldes bringt der Verkauf von Lizenzrechten (7 Prozent, 427 Millionen Dollar)), Tickets und Hospitality-Pakete (teure Eintrittskarten für VIP-Logen und VVIP-Boxen) (8 Prozent, 488 Millionen Dollar) und sonstige Erträge (3 Prozent, 183 Millionen Dollar). 

Die FIFA verdient nicht nur, sondern gibt auch Geld aus. Insbesondere werden die Mittel für die Organisation des vierjährigen WM-Zyklus ausgegeben. Deshalb wird die FIFA 627 Millionen Dollar an das russische Organisationskomitee transferieren. Dieses Geld soll dem Gastland helfen, zumindest einen Teil der Kosten zu kompensieren. 

Weitere 400 Millionen Dollar wurden für Preisgelder ausgegeben. Die französische Mannschaft, die den Titel gewonnen hat, erhielt 38 Millionen Dollar von der FIFA und die russische Mannschaft, die das Viertelfinale erreichte, 16 Millionen Euro Preisgeld. 

Außerdem steht die FIFA für die Fernsehübertragung aller 64 Meisterschaftsspiele gerade, muss Schiedsrichter bezahlen, die Entwicklung von IT-Lösungen finanzieren, Versicherungen und vieles andere mehr bezahlen. Insgesamt wird die FIFA 1,95 Milliarden Dollar für die Organisation der diesjährigen Weltmeisterschaft ausgeben.

Teure Lizenzen für alles und jeden

Eigentlich ist die Organisation des Wettbewerbs um das „beste Ballspiel“ die Hauptaufgabe der 1904 gegründeten internationalen Föderation. Für die zusätzlich zur Weltmeisterschaft von der FIFA organisierten 15 weitere Turniere für Frauen, Beach-, Jugend- und Cyber-Football gab der Verband im Berichtszeitraum 600 Millionen Dollar aus. 

Mit jährlichen Zahlungen an seine Mitglieder (6 Kontinental- und 211 Nationalverbände) finanziert die FIFA Bildungsprogramme sowie Seminare von Schiedsrichtern und Ausbildern. In den Jahren 2015 bis 2018 hat die FIFA für diese Zwecke 1,65 Milliarden US-Dollar ausgegeben. 

Fast eine Milliarde (891 Millionen Dollar) kosten die Instandhaltung der Büros in Zürich, die Gehälter und die Reisen der 310 Mitarbeiter, die für die Verwaltung der FIFA zuständig sind (macht 2.874.193 Dollar pro Mitarbeiter). Die FIFA wurde mehrfach kritisiert, ihre in den letzten Jahren stark angestiegenen Einnahmen für prestigeträchtige Neubauten und überhöhte Betriebskosten (insbesondere in Form von Personalkosten) verwendet zu haben.

Die FIFA gab also in den vergangenen vier Jahren fünfeinhalb Milliarden Dollar für ihre Aktivitäten aus. Zieht man von den Einnahmen die Ausgaben ab, bleibt für die Berichtsperiode ein Nettogewinn ein 544 Millionen US-Dollar übrig.

Der Umsatz der FIFA war zwischen 1990 und 2009 von 11,6 auf knapp 908 Millionen Euro angewachsen.

[hub/russland.NEWS]

 

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