St. Petersburger Festnahmen

St. Petersburger FestnahmenFoto: mikimedia.commons/Petar Milošević CC BY-SA 3.0

Beim Spiel der russischen Nationalmannschaft gegen Ägypten gab es erneut Festnahmen zu verzeichnen. Unter anderem versuchten polizeibekannte Fans des lokalen Fußballklubs Zenit unerlaubt in die Arena zu gelangen.

Nach zwei WM-Spielen in der St. Petersburg Arena sind bereits elf Personen festgenommen worden, berichtet das Stadtportal Fontanka.ru. Beim Versuch, zu dem Spiel zwischen Russland und Ägypten ins Stadion zu gelangen, wurden am Vorabend des 20. Juni zwei Anhänger des FK Zenit, die mittels der Polizeikartei identifiziert werden konnten, zu zehn Tagen Haft verurteilt.

Der gemeinsame Pressedienst der St. Petersburger Gerichte bestätigte, dass die Entscheidungen bezüglich der beiden auf der Grundlage der Verwaltungsprotokolle getroffen wurden, die während des Spiels auf der Krestowski-Insel am 19. Juni beim WM-Spiel Russland gegen Ägypten erstellt worden sind. Laut Fontanka bekam einer der Verhafteten im Casino des St. Petersburger Stadions ein Ticket für einen Fremden und eine Fan-ID, mit der er versuchte, er ins Innere der Arena zu gelangen.

Fremdes Ticket und falsche Fan-ID

Da sein Gesicht nicht mit dem Foto auf dem Fanpass übereinstimmte, wurde er bei der Einlasskontrolle angehalten. Als ihn Polizisten aufforderten mit ihnen zu gehen, widersetzten sich er und sein Begleiter und leisteten Widerstand, heißt es. Noch vor Ort wurden zwei Protokolle wegen unbefugten Eindringens in die geschützte Einrichtung und Widerstand gegen die Ordnungskräfte ausgefüllt.

Das Innenministerium verwaltet eine offizielle Liste der Personen, die an diesen Tagen keine öffentlichen Sportveranstaltungen besuchen dürfen. Am 18. Juni 2018 verzeichnete sie 463 Personen. Die beiden Festgenommenen jedoch fehlen darauf, was erklärt, warum sie in den Besitz fremder Zugangsberechtigungen kommen konnten, obwohl sie in der FIFA-Datenbank für Gewalttäter eingetragen sind,

Trunkenheit und Fluchen

Ein weiterer russischer Fan aus Moskau wurde ebenfalls von dem Spiel ausgeschlossen, nachdem er 40 Minuten vor dem Spiel eine Auseinandersetzung mit einem Steward an der Einlasskontrolle hatte. Er bekam eine Geldstrafe von 3000 Rubel, rund 42 Euro, Strafe auferlegt und darf sechs Monate lang keine öffentlichen Sportveranstaltungen besuchen.

Vier weitere russischen Fans werden am Petrograder Gericht verhandelt. Sie wurden bereits bei dem Spiel Marokko gegen den Iran am 15. Juni verhaftet. Einer wurde wegen Verstoßes gegen die Verhaltensregeln im Stadion und öffentlicher Trunkenheit angeklagt und die drei anderen hätten zu laut in der Öffentlichkeit geflucht, was über ein verträgliches Maß hinaus in Russland unter Strafe steht. Wegen des gleichen Delikts wurden am 17. Juni neun Personen auf der Fanmeile verhaftet, die heute jedoch wieder freigelassen worden sind.

Damit liegt St. Petersburg in Bezug auf die Zahl der inhaftierten Fans deutlich vor Moskau, wo es nur drei Festnahmen gab. Ein Fan wurde im Luschniki-Stadion beim Spiel zwischen Deutschland und Mexiko verhaftet, ein Ukrainer lief beim Spiel Russland gegen Saudi-Arabien über das Spielfeld und ein Türke ohne Ticket kletterte über den Zaun des Spartak-Stadions, wo Argentinien und Island spielten, um sein Idol Messi zu sehen.

[mb/russland.NEWS]

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