Stechmücken machen WM-Spiel in Wolgograd zur Qual

Stechmücken machen WM-Spiel in Wolgograd zur QualFoto: Pixabay/skeeze CC0 Creative Commons

Wenn es jeweils nur die Gegner für England oder Tunesien bei ihrer WM-Partie in der Wolgograd Arena gewesen wären wäre das Spiel wohl für beide Mannschaften angenehmer verlaufen. Eine Invasion von Stechmücken machte sich vor und während der WM-Begegnung über die Stadt an der Wolga her.

Die Bewohner der Stadt gehen in diesen Tagen ohnehin nur noch mit Schutzmasken ins Freie. Die Zeitung Sport Express spricht sogar von einer „Mücken- und Fliegenplage epischen Ausmaßes“. Gegenüber den Medien sagte der Gesundheitsausschuss der Region Wolgograd, dass die Anhäufung der Mücken ein traditionelles Sommerphänomen sei, das durch das Klima und viele umliegende Gewässern verursacht werde. In den letzten Tagen habe man versucht der Insektenflut im Umland mittels Chemikalien Herr zu werden, mit dem Ergebnis, dass die Moskitos in die Stadt umzogen.

Die Kameraleute, die vor dem Spiel Probeaufnahmen machten, berichten von bis zu zwanzig Stichen im Gesicht. „Sie sind etwas kleiner als die Mücken, die wir aus Deutschland kennen, saugen wollen sie trotzdem. Wir haben uns zwar Spray besorgt, die Wirkung lässt aber gerade nach. Wir werden kämpfen müssen“, vermeldete ein deutscher Reporter, als Berichte er aus einem Kriegsgebiet. Genau sowenig wurde die ARD-Moderatorin Julia Scharf, die telegen mit einem Moskito-Netz vor die Kamera trat, von den Blutsaugern während ihrer Arbeit verschont.

Dass die Stechmücken ausgerechnet in der Spielstätte der WM-Begegnung in so hoher Zahl einfielen, ist größtenteils dem Flutlicht geschuldet. 41.064 Zuschauer sowie die beiden Mannschaften mussten dies am eigenen Leib erfahren. Spieler und Betreuer behalfen sich mit ätherischen Anti-Mücken-Öl, Insektensprays und diversen anderen Mitteln. Angestachelt durch die hektischen Bewegungen und Körperschweiß fielen die Plagegeister trotzdem über die Akteure her. Da sich die Spieler während der gesamten Partie die Insekten aus dem Gesicht wischen mussten, litt auch deren Konzentration auf dem Feld merklich darunter.

Lediglich der proffesionellen Kaltschnäuzigkeit von Harry Kane ist es zu verdanken, dass die Engländer das Spiel am Ende mit 2:1 für sich entscheiden konnten. Mit den Fans, die nicht ins Stadion gingen, hatten die Verantwortlichen der FIFA unterdessen ein Einsehen. Sie durften beim Fan-Fest in der Stadt Insektensprays in kleinen Behältnissen auf das Gelände bringen.

[mb/russland.NEWS]

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