Tag 121 – Steuersparmodell in Jekaterinburg für den Notfall

Tag 121 – Steuersparmodell in Jekaterinburg für den Notfall

Die meisten Stadien in Russland wurden eigens für die WM neu gebaut. Einige sind richtig spektakulär. Jekaterinburg zum Beispiel. Die haben eigens für die Weltmeisterschaft das Fassungsvermögen um rund ein Drittel aufgestockt. Weil ein WM-Stadion mindestens 35.000 Zuschauer fassen muss. Auf jetzt 35.696 Zuschauer. Und das auf kuriose Art und Weise. Aufgestockt passt in diesem Fall allerdings nicht so ganz, denn eigentlich müsste es heißen: Ausgelagert.

Normalerweise trägt der örtlich ansässige FK Ural aus der ersten russischen Fußballliga seine Heimspiele dort aus. Durchschnittlich kommen Angaben zufolge 6.000 Zuschauer. Vergleichbar mit einem Spitzenspiel in der 4. Liga in Deutschland. Bei der WM werden dort die Partien Uruguay – Ägypten, Frankreich – Peru, Mexiko – Schweden und Japan – Senegal ausgetragen.

Um sich nach Ende der WM in dem großen Stadion nicht verloren vorzukommen, haben sich die Organisatoren etwas überlegt, die Arena wieder leicht zurückbauen zu können: Sie haben kurzerhand Zusatztribünen hinter den Toren errichtet. Das Besondere: Außerhalb des Stadions!

Um sich selbst mal ein Bild machen zu können, hier ein Link:

https://www.sport1.de/fussball/wm/2017/10/wm-in-russland-ungewoehnliche-tribuenen-fuer-stadion-in-jekaterinburg

Wo wir gerade beim Thema Auslagerung sind, möchte ich nur am Rande erwähnen: Jekaterinburg ist die viertgrößte Stadt Russlands und der einzige WM-Spielort in Asien, also jenseits des Urals; alle anderen befinden sich im europäischen Teil des Landes.

Sollte also irgendwo auf der Welt mal ein Finanzminister auf die Idee kommen, den Bierverkauf in Stadien mit unverhältnismäßig hohen Steuern zu belegen, dann wäre ein Kunstgriff wie in Jekaterinburg eine sachgerechte Lösung.

Übrigens ist eine drohende, hohe Steuer auch der Grund dafür, warum viele Häuser aus dem 18. Jahrhundert mit der Giebelseite – und nicht mit der Front – und überdies mit wenig Fenstern und Türen zur Straße hin gebaut wurden: Besteuert wurden damals die Länge eines Hauses zur Straße und die Anzahl an Maueröffnungen.

Wie auch immer – ein Hoch auf alle steuersparende Ideen. Prost und schöne Ostern!

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