Tag 144 – Ein dicker Fang – oder: Zwischen Nierenstein und Leberzirrhose

Tag 144 – Ein dicker Fang – oder: Zwischen Nierenstein und Leberzirrhose

Ja, ja, war ja klar. Hab‘ gestern natürlich noch ein paar Punkte vergessen.

  1. Zu Recht hat mich eine Leserin in Anspielung auf den Brasilien-Blog 2014 darauf aufmerksam gemacht, dass ich mir noch aufnotieren soll:

„Zum Friseur gehen, dringend.“

Sonst sagt meine Frau wieder Catweazle zu mir. Weit weg davon bin ich nicht mehr. Woher weiß die Leserin das überhaupt …? Mmhhh … Ich stehe unter Beobachtung. Ganz klar. Ob Putins Töchter damit was zu tun haben? Die wollen uns ja auf Teufel komm raus daten. Ob wir aus der Nummer wieder rauskommen? Putin als Alternativ-Schwiegerpapa stelle ich mir jedenfalls ziemlich … nein, ich sag’s lieber nicht.

  1. Wie sieht es gesundheitsmäßig aus? Eine Risiko-Lebensversicherung werde ich dieses Mal erst gar nicht versuchen zu beantragen. Ging das letzte Mal ja schon schief.

Das heißt, eigentlich ging es gut aus, wir überlebten Brasilien ja, trotz, ja trotz diverser … formulieren wir es mal so … unangenehmer Situationen.

Fühle ich mich wieder voll fit. Die WM in Brasilien schleifte uns ja schon, gar keine Frage. Hab‘ mich jetzt aber vier Jahre ausgeruht und speziell nur auf diese WM in Russland vorbereitet.

Gesundheitlich bin ich echt in einer überraschend guten Verfassung. Hab‘ sowas wie die dritte Luft. Oder den zweiten Frühling. Ist ja meine zweite WM. Manche meinen, es handele sich um den letzten Winter. Wieder andere behaupten, meine Frau hätte mit mir nur die zweite Wahl bekommen. Pah! Hab nachgesehen – auf der Erde leben mittlerweile rund 7.500.000.000 Menschen. In Worten: Siebenkommafünfmilliarden Menschen! Und da stehe ich an zweiter Stelle! Hallo!? … Zweiter!? … Na, wer sagt’s denn.

Ich frage mich: Welcher tolle Typ steht noch vor mir? Der Dennis Diekmeier vielleicht? Mmhhh … Könnte sein. Oder gar eine Frau? Eine … Frau? Glaube nicht. Das wäre ja … wie die Weltgeschichte neu schreiben zu müssen. Nee, nee, das ist ausgeschlossen. Meiner Frau …  würde ich aber immerhin Platz 3 zugestehen. Sie kocht vorzüglich. So oder so.

Zurück zu meiner Gesundheit. Sport treibe ich ja nicht außer Fußball … gucken. Das ganze Aufspringen bei brenzligen Situationen und sich wieder setzen, dieses ständige Auf und Ab … dieses ständige An-den-Kopf-Fassen … Pffft … das kostet schon Kraft. Vielleicht hab‘ ich deshalb so einen hellen Verstand. „Mens sana in corpore sano“, wie der Lateiner sagt – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Apropos … der Leroy Sane, der wird eine gute WM spielen, da bin ich sicher. Bei dem Namen!

Der Lew, der ist auch gesund. Voll fit. Der sagt immer: „Auf einem Bein standen die alten Germanen nicht gern.“ Und schwupps! Ohne dass er noch mehr sagen muss, hat er stante pede ein neues Bier am Wickel. Also ohne Umschweife. Der Jurist würde sagen: „Ohne schuldhaftes Zögern.“ Dass die immer alles so kompliziert ausdrücken müssen. Tsetse … Sollen doch einfach sagen, dass jemand Durst hat und ohne viel Geplänkel schnellstens ein Bier braucht. Statt dessen reden die um den heißen Brei.

Bei „Brei“ denke ich übrigens immer ans Essen. Und bei Essen denke ich immer an Norberto. Warum eigentlich …?

Könnte bei Brei ja auch mal ans Kinderkriegen denken. Wär genauso gut. … Ach Gott … total vergessen! Meine Frau wartet oben im Arbeitszimmer. „Arbeitszimmer“ sage ich immer gerne zum Schlafzimmer. Man weiß nie, was einen dort erwartet. Mmhhh … wieso hat sie gesagt, ich solle hochkommen? Keine Ahnung. Ich wünsche mir jedenfalls noch Zwillinge, haben ja erst drei. Aber ich glaube, das wird nix mehr. Meine Frau reagiert dann komischerweise immer etwas gereizt: „Einverstanden. … Musst dir aber dann eine andere Frau suchen.“ Pffft.

Wo waren wir? Ach ja. Immer noch bei der Gesundheitsprüfung für die Risiko-Lebensversicherung, bei der ich vor vier Jahren kläglich gescheitert bin. Ob ich heute durchkommen würde? Hab in den letzten vier Jahren ja durchaus gesund gelebt. Abgesehen von der Zeit, in der ich Bier getrunken habe. Das waren immerhin mal … Moment … lasst mich überlegen … ich komm‘ jetzt nicht drauf. Aber es dürften durchaus mal ein paar Tage ohne gewesen sein.

Welche Impfungen brauche ich für Russland? Mmhhh … muss mal vögeln … Ach, Quatsch! Hoffentlich kriege ich das wieder raus. Das ständige Verwechseln von Googeln und dem anderen schlimmen Wort. Pfui, Osvaldo, pfui.

Also … üblicherweise braucht man keine Impfungen. Ist ja Europa. Zum Teil immerhin. Und da lauern ja die gefährlichsten Sachen. Russland hat die höchste FSME-Erkrankungsraten Europas. Also Zeckenbisse. Die sind nicht ohne.

Muss mir folgenden Merksatz notieren:

„Dem deutschen Koch bei unserem so gut wie sicheren Treffen mit auf den Weg geben, dass sich die deutschen Spieler bei Toren der eigenen Mannschaft lieber im Stehen gegenseitig beglückwünschen und busseln, statt sich eng umschlungen im russischen Gras zu wälzen. Wer weiß, was dort lauert. Ich werde bei der WM genau aufpassen. Und notfalls die Eltern der jungen Kerle informieren. Oder ist der Müller-Wohlfahrt auch dabei? Egal.

Mit Heuschnupfen hab‘ ich ja auch von Zeit zu Zeit zu tun. Ob die in Russland schon einen Pollenwarndienst in Gang gesetzt haben? Oder gibt es dort gar keine echten Pollen mehr, weil alles genifiziert ist? Oder wie das Wort auch immer heißt. Die lassen sich ja immer was einfallen, wenn es keiner verstehen soll.

So, jetzt sind wir fast durch. Fehlt nur noch Punkt 28. Aber dazu komme ich erst morgen. Nur so viel: Möchte mich mal das Thema Russland-Deutsche annehmen.

Jetzt mach‘ ich nämlich erstmal eine Nierenspülung. Hab‘ gelesen, dass Bier gut dafür ist. Angeblich „regt Gerstensaft bei urologischen Beschwerden zu harntreibenden Prozessen an“. Pffft. Früher sagten wir einfach pinkeln dazu. Aber nein, es muss sich ja hochtrabend anhören. Wird man dann etwa eher gesund? „Kommt auf die Dosierung an“, höre ich mich denken.

Jedenfalls werden damit Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt. Kein Wunder, dass man in Polen und Tschechien Bier auf Rezept erhält. Vom Arzt. Die Tschechen scheinen dabei so mit den Spülungen übertrieben zu haben, dass sie sich nicht einmal für die WM qualifiziert haben. Haben eben andere Schwerpunkte gesetzt. Die Fußballer alles Nullen – aber die Ärzte, Mann oh Mann!

Einer Studie zufolge (warum werde ich eigentlich nicht mal zu sowas Zukunftsträchtigem eingeladen??? Die könnten voll mit mir experimentieren!) sollen Biertrinker nicht einmal halb so oft unter Nierensteinen leiden wie Nicht-Biertrinker.

Ha, typisch! Als gewöhnlicher Mitteleuropäer hat man eben nur die Wahl zwischen Nierenstein und Leberzirrhose.

Gott sei Dank bin ich aber – Dank meiner Frau – die Nummer 2 in der Welt. Die kann voll stolz auf sich sein, was die einen Fang gemacht hat!

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