Torhüter kritisieren den WM-Ball

Torhüter kritisieren den WM-Ball

Die Torhüter, die beim Endrundenturnier der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 teilnehmen werden, beanstanden das offizielle Spielgerät. Moniert wird das unberechenbare Verhalten des Balles bei Schüssen aus der Distanz.

Telstar-18 heißt das gute Stück aus dem Hause Adidas, mit dem bei der WM in Russland der Weltmeister heraus gespielt werden soll. Mit dem guten alten Fußball aus zusammengenähten Lederflicken, die eine aufpumpbare Gummiblase ummanteln, hat er gerade noch die Form gemeinsam. Ansonsten ist der neue Telstar eine High-Tech-Konstruktion aus Kunststoff, daran ändert auch das in schwarz-weiß gehaltene Retrodesign nichts.

„Der Ball könnte besser sein, er flattert zu stark“, lautet das erste vernichtende Urteil von Marc-Andre ter Stegen, einer der Torhüter, die bei dem Turnier den deutschen Kasten sauber halten sollen. Er muss es wissen, denn der Ball wird jetzt schon bei den Vorbereitungsspielen eingesetzt, um die Spieler mit ihm vertraut zu machen. Ob das 1:1 Unentschieden gegen Spanien und die 0:1 Niederlage gegen Brasilien nun ausgerechnet auf die Kappe des Balles gehen, sei zunächst dahingestellt.

Ter Stegens Kollege auf spanischer Seite hat ebenfalls Probleme mit der Innovation des Herzogenauracher Sportartikelherstellers. David de Gea bezeichnete den Ball nach dem Spiel als „sehr merkwürdig“. „Der Ball hätte deutlich besser konzipiert werden können“, so seine Kritik am Spielgerät.

Sein Stellvertreter bei der WM, Pepe Reina, wagt nach seinen ersten Berührungen mit dem Ball einen Blick auf die anstehenden Weltmeisterschaftsspiele: „Ich wette, wir sehen bei dem Turnier mindestens 35 Tore aus der Distanz. Es ist unmöglich, den Ball einzuschätzen“, sagt der Torwart des SSC Neapel. Für Reina sei der Kunststoffüberzug des Telstar-18 für dessen unberechenbare Flugeigenschaften verantwortlich. Allerdings ist der Profi soweit objektiv, dass er die Keeper nun in der Pflicht sieht, mit dem Problem umzugehen.

„Wir Torhüter müssen uns daran gewöhnen und viel mit dem Ball arbeiten, damit wir uns bis zur WM darauf eingestellt haben“, betont auch auch ter Stegen. Andere Optionen hätten sie ohnehin nicht, sagt er. Immerhin hat die Mannschaft des DFB den Vorteil offiziell mit dem WM-Ball üben zu können. Im Gegensatz zu den Engländern, denen das öffentliche Training mit dem Telstar-18 aufgrund eines Werbevertrages mit der Konkurrenz strikt untersagt ist.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Ball für eine Fußball-Weltmeisterschaft derart in der Kritik steht. Der Jabulani beispielsweise, der für die WM 2010 in Südafrika konzipiert wurde, stand vor dem damaligen Turnier genauso in der Kritik bei den Torhütern und bei der WM 2002 war den Spielern die Kugel schlichtweg zu bunt.

[mb/russland.NEWS]

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